Smart-Home-Geschichten
Portside Pearl
Verfasst von Crystal Watts, Redakteurin, Smart Home Magazine
Smart-Home-Experte: Av-ators
Projektstandort: San Diego, Kalifornien | Fotografie: Pink Media Productions
MITTEN IN EINER PANDEMIE EIN 42.000 SQ. FT. GROSSES RESTAURANTAREAL AM MEER ZU ERÖFFNEN, MAG NICHT WIE DER BESTE ZEITPUNKT ERSCHEINEN. DOCH SAN DIEGOS SPEKTAKULÄRES PORTSIDE PIER IST MIT INTELLIGENTER TECHNIK UND DER UNTERSTÜTZUNG DER GEMEINSCHAFT GUT GERÜSTET, UM DIE KRISE ZU ÜBERSTEHEN.
Die Restaurantkette Brigantine ist eine echte Institution in San Diego. 1969 eröffneten Mike Morton Sr. und seine Frau Barbara das ursprüngliche „Brig“ an der Ostseite von Point Loma, an der San Diego Bay. Mit seinen späten Öffnungszeiten, der herzhaften Hausmannskost und dem herzlichen Empfang für Familien wurde es schnell zu einem beliebten Treffpunkt der Einheimischen. Im Laufe der Zeit expandierte Brigantine und eröffnete weitere Standorte. Die Kette erwarb sich einen hervorragenden Ruf für feine, frische Meeresfrüchte – Schwertfisch und Austern gehören zu ihren Spezialitäten. 2014 beschäftigte das Familienunternehmen, das inzwischen von Mike und Barbaras Sohn Mike Morton Jr. geführt wurde, 1.200 Mitarbeiter und umfasste neben acht Brigantine-Restaurants auch eine zweite Kette mit fünf mexikanischen Restaurants, Miguel’s Cocina. 2015 lud der Hafen von San Diego dazu ein, Vorschläge für die Neugestaltung eines erstklassigen Grundstücks am Wasser am Embarcadero im lebhaften Zentrum von San Diego einzureichen. Der Standort zeugt von der bewegten maritimen Geschichte der Region. Er liegt neben dem 150 Jahre alten Handelsschiff Star of India (heute ein schwimmendes Museum) und bietet zugleich einen Blick auf einen aktiven Fischereihafen und ein Kreuzfahrtterminal.
FÜR DIESES MODERNE REISEZIEL WAR AUCH MODERNSTE SMART-HOME-TECHNIK GEFRAGT.
Seit 1965 befand sich auf dem Gelände ein weiteres beliebtes Fischrestaurant der Region: Anthony’s Fish Grotto, dessen Pachtvertrag 2017 auslaufen sollte. Der Hafen wollte das Areal als Teil einer umfassenderen Neugestaltung der Uferpromenade von San Diego modernisieren, und Brigantine wollte mit einem wirklich spektakulären Konzept überzeugen. Es entbrannte ein spannender Wettbewerb um das Grundstück. Brigantine, Anthony’s und eine dritte Restaurantgruppe aus der Region schafften es in die Endauswahl. Doch Brigantines ehrgeiziger Plan im Wert von 13 Millionen Dollar für Portside Pier setzte sich durch: ein atemberaubender Restaurantkomplex mit mehreren Ebenen, entworfen von den Architekten Tucker Sadler aus San Diego. Er sollte mehrere Restaurants, eine öffentliche Aussichtsgalerie und Liegeplätze am Wasser für „Dock-and-Dine“-Gäste umfassen, um Besucher auf dem Wasser anzulocken.
Nach der Annahme des Vorschlags holte Mike Morton Jr. den Control4 Smart Home Professional Jared Magoon von AV-ators hinzu, einem lokalen Spezialisten für Smart-Home-Technik, mit dem er bereits seit 2009 zusammenarbeitete. Jared sollte bei der Planung der benötigten Technik helfen. Für dieses moderne Reiseziel war modernste Smart-Home-Technik nötig, damit sich das Restaurantpersonal ganz auf den Service konzentrieren konnte, ohne sich um die komplexe Steuerung von Beleuchtung, Heizung, Musik und Bildschirmen kümmern zu müssen.
MIT RUHIGER HAND DURCH STÜRMISCHE GEWÄSSER
Obwohl der Hafen den Gewinner der Ausschreibung im November 2015 bekannt gab, konnte der Bau des neuen Portside Pier erst beginnen, als Anthony’s Pachtvertrag 2017 auslief. Jared berichtet: „Die Bauarbeiten begannen erst im Mai 2018. Zuvor musste das alte Restaurant abgerissen, der Meeresboden untersucht, verschiedene Umweltgutachten erstellt und die Stützpfeiler des Piers ersetzt und verstärkt werden.“ Die Mortons hatten bereits großes Vertrauen in AV-ators aufgebaut. Als Mike Morton Jr. Jared den anderen Auftragnehmern vorstellte, sagte er zu ihnen: „Was immer er braucht, macht es möglich.“ „Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit war entscheidend dafür, dass das Projekt reibungslos verlief“, sagt Jared.
Die Bauarbeiten gingen zügig voran. Als die Pandemie im März 2020 ausbrach, war das Gebäude größtenteils fertiggestellt, und das dreiköpfige Team von AV-ators hatte rund 20 Meilen Kabel verlegt, um die gesamte Smart-Home-Technik zu steuern. „Von da an durften sich nur noch wenige Menschen gleichzeitig auf der Baustelle aufhalten. Jeden Morgen wurde bei allen die Temperatur gemessen, sie mussten verschiedene Fragen beantworten und ein Armband erhalten, um Zutritt zu bekommen. Einmal pro Woche hielt der Vorarbeiter eine Präsentation mit den neuesten Vorgaben zu Desinfektion, Masken, Handschuhen und vielem mehr. Diese änderten sich ständig“, sagt Jared.
Seiner Ansicht nach verlangsamte sich die Arbeit dadurch keineswegs. Da weniger Menschen als üblich auf der Baustelle waren, ließ sich die Arbeit von AV-ators sogar einfacher erledigen, denn das Team musste nicht ständig auf zahlreiche andere Gewerke Rücksicht nehmen. „Es klingt seltsam, aber COVID kam uns tatsächlich zugute“, sagt Jared. „Wir hatten nicht nur mehr Platz zum Arbeiten, sondern auch mehr Zeit, uns ausschließlich auf das Projekt zu konzentrieren. Normalerweise übernehmen wir viele Wohnprojekte. Da die Menschen während der COVID-Bedrohung niemanden in ihren Häusern arbeiten lassen wollten, konnten wir uns ganz auf Portside Pier konzentrieren – und das beschleunigte die Arbeit.“
Der fertige Komplex, der im Juli 2020 eröffnet wurde, strahlt Qualität und Modernität aus und fügt sich zugleich gekonnt in das maritime Erbe der Gegend ein. Der zentrale, bogenförmige Teil von Portside Pier symbolisiert das Auswerfen eines Fischernetzes in eine Welle. Die kuppelförmigen Konstruktionen aus Stahl und Glas an beiden Enden erinnern an riesige Fischkörbe.
Der zentrale, bogenförmige Teil von Portside Pier symbolisiert das Auswerfen eines Fischernetzes in eine Welle. Die kuppelförmigen Konstruktionen aus Stahl und Glas an beiden Enden erinnern an riesige Fischkörbe.Insgesamt gibt es fünf Restaurants, die alle den Mortons gehören und von ihnen betrieben werden: The Brigantine mit Meeresfrüchten, Miguel’s mit mexikanischer Küche, Ketch Grill and Taps mit Pub-Gerichten und Craft-Bier, Topsail mit Essen unter freiem Himmel auf der Dachterrasse sowie Portside Coffee and Gelato mit schnellen Snacks und Getränken. Obwohl alle Restaurants separate Eingänge und ein eigenes Profil haben, ist die Smart-Home-Technik im gesamten Gebäude integriert. Beleuchtung, Heizung, Klimaanlage, Musik, Bildschirme, digitale Beschilderung und Sicherheitssysteme lassen sich vollständig programmieren und steuern – sowohl für die einzelnen Restaurants als auch für den gesamten Portside-Pier-Komplex. Da die Technik von Control4 herstellerunabhängig ist, lässt sie sich nahtlos mit den für das Projekt ausgewählten Geräten führender Marken verbinden, darunter Samsung-Fernseher, digitale Beschilderung von LG und Yamaha-Verstärker im gesamten Komplex.
Jared zufolge ist neben Kompatibilität und Benutzerfreundlichkeit vor allem der Preis ausschlaggebend dafür, dass er Control4 Konkurrenzsystemen vorzieht. „Das System erledigt zuverlässig alles, was wir brauchen, und ist dabei 20–30 % günstiger als jede Alternative“, sagt er. Außerdem ist es bemerkenswert einfach zu bedienen, sodass neue Mitarbeiter keine lange Einarbeitungszeit benötigen. „Da die Smart-Home-Technik von Control4 bereits in den anderen Restaurants der Familie etabliert ist, kann das Unternehmen Mitarbeiter je nach Bedarf zwischen den Standorten einsetzen. Sie müssen sich dabei keine komplizierten oder ungewohnten Abläufe aneignen“, sagt Jared.
NACHHALTIG INTELLIGENT
AV-ators verbrachte viel Zeit damit, die verschiedenen Szenen zu programmieren, die Abläufe automatisieren und so den Restaurantleitern und Mitarbeitern den Alltag erleichtern. Dadurch können sie sich voll und ganz auf das Kerngeschäft konzentrieren: den Gästen ein erstklassiges Erlebnis zu bieten. Jared erklärt: „Wenn das Reinigungsteam um 3 Uhr morgens eintrifft, schaltet sich das Licht automatisch in der benötigten Helligkeit ein, sobald die Alarmanlage deaktiviert wird. Wenn Portside Coffee and Gelato um 5:30 Uhr öffnet, wird das Licht gedimmt und die Musik beginnt. Um 10 Uhr startet die erste Morgenszene. Im Laufe des Tages passen sich alle vorprogrammierten Szenen an die Lichtverhältnisse im Freien an. Zum Abendessen gibt es eine Dämmerungsszene, die das Licht beim Sonnenuntergang unmerklich heller werden lässt.“
Wenn das Restaurantpersonal abends geht und die Alarmanlage scharf schaltet, werden Musik und Bildschirme automatisch ausgeschaltet. Außerdem stellt das System sicher, dass alle elektrischen Heizstrahler aus sind. „Das Licht im Innenbereich geht aus, aber die Außenbeleuchtung bleibt noch ein paar Minuten an, damit die Mitarbeiter zu ihren Autos gehen und ihre Sachen einladen können“, sagt Jared. Insgesamt gibt es im Laufe des Tages zehn oder zwölf Szenen. Mit den einfach auswählbaren Sportszenen lassen sich außerdem alle Fernseher problemlos auf ein lokales Baseballspiel der San Diego Padres oder ein anderes Sportereignis umschalten, das zusätzliche Gäste anlocken könnte.
Die größte Herausforderung des Projekts bestand laut Jared darin, sicherzustellen, dass Portside Pier die strengen Energieeffizienzvorschriften Title 24 des Bundesstaats Kalifornien erfüllt. Unter anderem schreiben diese vor, dass Tageslicht von außen nach Möglichkeit zur Beleuchtung von Innenräumen genutzt wird. Außerdem müssen alle neuen Gewerbegebäude eine Möglichkeit bieten, den Energieverbrauch auf Abruf zu senken, falls die Behörden dies verlangen – beispielsweise bei einer Energieknappheit oder Krise. „Wir mussten uns mit allen Anforderungen vertraut machen und das System so programmieren, dass wir die Standards nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Bei einem Restaurantkomplex mit 40.000 Quadratfuß Fläche führt jede Energieeinsparung auch zu erheblichen finanziellen Einsparungen“, sagt Jared.
Durch die Gestaltung des Komplexes können alle Restaurants das natürliche Licht optimal nutzen. „Wenn der Tageslichtanteil über 30 % liegt, schaltet das System alle Leuchten bis auf einige dekorative Beleuchtungselemente automatisch aus. In Räumen und Fluren ohne Tageslicht haben wir Bewegungs- und Präsenzmelder. Ist niemand da, dimmen sie das Licht auf 20 % herunter. Sobald sie jemanden erkennen, wird es wieder auf einen voreingestellten Wert von 50 % hochgeregelt“, sagt Jared. „Außerdem stehen Szenen bereit, die zum Beispiel die Hälfte der Beleuchtung ausschalten, falls das Restaurant seinen Energieverbrauch plötzlich gemäß den ‚Demand Response‘-Regeln von Title 24 senken muss.“
SICHER AUF KURS ZUM ERFOLG
Portside Pier ist mit 1.100 Sitzplätzen, davon 600 im Freien, das mit Abstand größte Restaurantziel in San Diego. Mitten in einer Pandemie zu eröffnen, während die Gastronomie vor beispiellosen Herausforderungen steht und bereits viele Unternehmen schließen mussten, ist natürlich alles andere als ideal – besonders, da die Kreuzfahrtschiffe, von denen sich der Hafen einen stetigen Zustrom an Gästen erhofft hatte, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch immer stilllagen.
Jared ist dennoch überzeugt, dass das Design und die Smart-Home-Technik von Portside Pier dem Projekt trotz der aktuellen Schwierigkeiten zum Erfolg verhelfen werden. „Das Wetter in San Diego ist die meiste Zeit des Jahres wunderschön, und alle Türen und Fenster von Portside Pier lassen sich wie eine Ziehharmonika öffnen. So entsteht in allen Restaurants ein Gefühl wie im Freien“, sagt er. Beleuchtung, Heizung, Klimaanlage, Musik, Bildschirme, digitale Beschilderung und Sicherheitssysteme lassen sich vollständig programmieren und steuern – sowohl für die einzelnen Restaurants als auch für den gesamten Portside-Pier-Komplex.
Portside Pier ist mit 1.100 Sitzplätzen, davon 600 im Freien, das mit Abstand größte Restaurantziel in San Diego. Alle Türen und Fenster lassen sich wie eine Ziehharmonika öffnen und sorgen so in den Restaurants für ein Gefühl wie im Freien.
Portside Pier kann allein im Außenbereich fast 50 % seiner normalen Kapazität nutzen. Mit Abstandsmaßnahmen kommen weitere 25 % im Innenbereich hinzu. Dank der intelligenten Automatisierung von Control4 lässt sich auch der große Komplex mit reduziertem Personal einfach verwalten. Wenn jemand die Krise überstehen kann, dann die Mortons, sagt Magoon. Einheimische und Mitarbeiter drücken ihnen die Daumen. „Sie sind die freundlichsten Menschen und in ganz San Diego für ihre Großzügigkeit, Ehrlichkeit und harte Arbeit bekannt“, sagt er. „So fuhr Mike Morton Jr. in den letzten Tagen vor der Eröffnung mit einem alten Familien-Pick-up vor. Er zog einen Anhänger mit Dutzenden Tischen und Hunderten Stühlen, die er anschließend zusammen mit seinen Brüdern ablud und aufstellte. Obwohl die Familie ein großes Unternehmen führt, ist sie bereit, hart zu arbeiten, und stellt sich nie über andere.“
Dank der treuen Stammkundschaft von The Brig und der zentralen Lage in der Nähe von Büros und Geschäften läuft Portside Pier trotz der fehlenden Touristen bereits sehr gut. „Jeden Tag öffnen sie um 11 Uhr zum Mittagessen, und um 10:30 Uhr stehen bereits 20 bis 30 Menschen draußen. Freitags und samstags beträgt die Wartezeit für einen Tisch in einem der Restaurants typischerweise drei Stunden“, sagt Magoon.
Mögen sie noch lange auf Kurs bleiben!